• Atelier „ALTE ROßSCHLACHTEREI“,
    Motkestr. 6, 47058 Duisburg-Duissern

„War das früher wirklich eine . . . .“ lautet meist die erste Frage aller Besucher, die zum ersten Mal das Atelier im Hinterhof nahe dem Duisburger Hauptbahnhof besuchen – wobei das letzte Wort der Frage meist in einem unverständlichen Gemurmel untergeht oder völlig verschluckt wird, so als sei es etwas Unanständiges, was nicht ausgesprochen werden könne.
„Jaaa,“ antworte ich dann, „es war früher wirklich eine Roßschlachterei.“ Sie muss noch bis weit in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts betrieben worden sein – denn einmal fand sich ein älterer Herr ein, der sich noch an die Schlachterei erinnern konnte:
Wo die Stallungen waren, wo geschlachtet und wo geräuchert wurde – und dass die Gesellen und Lehrlinge in den Zimmern der ersten Etage ihre Unterkunft hatten.
Heute ist davon natürlich nichts mehr zu sehen – vielleicht bis auf den Mauerverputz der ehemaligen Stallungen – denn das gesamte Haus beherbergt nun schon seit einigen Jahren die Bildende Kunst.
Dabei ist das Haus gleichzeitig auch ein „echtes Stück Ruhrgebiet“. Denn wie unzählige andere Kleinodien der Ruhrgebietsstädte, versteckt sich auch dieses Schmuckstück hinter einer meist geschlossenen Toreinfahrt im Hinterhof einer Wohnsiedlung. Ähnlich wie die Roßschlachterei waren dort die familiären Handwerksbetriebe angesiedelt. Heute meist begehrte Wohnbereiche oder schmucke Kleingärten oder die Zentren von Kunst- oder Kultureinrichtungen – vor allem aber ein Wahrzeichen des Ruhrgebiets.